Zwischenwelten Glossar

Konsens & Konsensualität
Konsens ist eine klare verbale Vereinbarung darüber, was passieren darf und was nicht. Konsens wird immer explizit und verbal ausgedrückt. Konsensualität ist eine grundsätzliche Haltung. Als konsensueller Raum ist es uns ein zentrales Anliegen, dass sich alle sicher und ermächtigt fühlen, ihre ehrlichsten Wünsche und Grenzen auszudrücken. Mehr zum Thema in unserem Blogeintrag

 

Safeword
Ein Safeword ist ein Wort innerhalb eines Spiels oder einer Gemeinschaft, das den beteiligten Personen ermöglicht zu wissen, dass das Spiel sofort beendet werden muss. Das Safeword in den Zwischwenwelten lautet Mayday.

 

Meta-Kommunikation / Calling In
Damit es möglichst selten zu harten Stops und grossen Verletzungen kommt, praktizieren wir Meta-Kommunikation. Die Idee ist, dass du dich darin übst, deinen Diskomfort (wie auch Komfort) auszudrücken, sobald er entsteht. Es ist uns wichtig, dass alle Menschen in unserem Räume sich soweit sicher fühlen, dass sie sich audrücken können und Zugang zu authentischen Entscheidungen haben. Dies ist eine Übungssache. Sprich wenn möglich jegliche Formen von Dissonanz, Unbehagen, Nein und Stops an. Experimentiere damit, schneller deinen Diskomfort körperlich Ausdrücken, falls dir das Verbalisieren schwer fällt. Übe dich auch darin, Feedbacks nicht als Kritik oder Ablehnung aufzufassen, sondern als Form von radikalem Selbstausdruck.

 

Sex-Positivity
Wir sehen dich als ganze Person in allen Facetten, die dich menschlich machen, einschließlich deiner sexuellen Wünsche. Sexueller Ausdruck sieht bei jeder Person anders aus. Wir laden dich ein, diese Wünsche nicht zu stigmatisieren und über Mangel an vorhandenem Verlangen nicht beschämt zu sein. Je nach Veranstaltungs- oder Kursbeschreibung ist für Nacktheit, sexueller Ausdruck und Wildheit willkommen. Dies wird aber keinesfalls erwartet, weder von dir selbst noch von anderen.

 

Feminismus
Unsere Idee eines sexpositiven feministischen Raumes ist es, ein Raum zu öffnen, in dem Menschen aller Geschlechter und sexuellen Orientierungen mit ihrer Sexualität experimentieren können. Hierfür ist Konsens der wichtigste Aspekt. Ausserdem gehören unterschiedliche Erregungsmuster, Sinnlichkeit, Fluidität und Impulsveränderungen, hormonelle Zyklen und einem Folgen der Lust dazu. Penetration und Ejakulation/Orgasmus können dabei ein positiver Nebeneffekt sein, stehen aber nicht im Fokus.

 

YKINMKATOK
Your kink is not my kink and that is okay – Wenn du unsere Räume betrittst, wirst du Dinge sehen und hören, die nicht dein Ding sind. Bitte bleib neugierig, tolerant und mache keine negativen oder wertenden Aussagen über das Geschehen. Wenn du dich unwohl fühlst, suche bitte Unterstützung von jemandem außerhalb dieser Scene oder bei der Workshop Leitung oder deren Assistenz.

 

STI
Wir stigmatisieren sexuell übertragbare Infektionen nicht und sind uns bewusst, dass viele Krankheiten sehr verbreitet sind. Wir empfehlen dir dringend, dich regelmäßig testen zu lassen und deine STI-Status und deine Safer-Sex-Bedürfnisse vor jeder sexuellen Interaktion ehrlich offenzulegen.
Weitere Infos: https://zwischenwelten.ch/vortrag-stds-in-zusammenarbeit-mit-dem-checkpoint-zuerich-und-ig-bdsm/.

 

Beziehungsstatus
Menschen haben unterschiedliche Arten von Beziehungen in ihrem Leben, die unterschiedliche Beziehungsvereinbarungen und Grenzen mit sich bringen. Monogame und nicht-monogame Vereinbarungen sind gleichermaßen willkommen, wir erwarten diesbezüglich eine ehrliche und transparente Kommunikation und das Respektieren der Grenzen aller beteiligten.

 

Geschlechtsidentität
Geschlechtsidentität bedeutet, wie du dich identifizierst: weiblich, männlich, beides oder keines von beiden. In unserer Gesellschaft wird den meisten Menschen bei der Geburt ein binäres Geschlecht aufgrund ihrer Genitalien zugewiesen. Manchmal passt diese Zuweisung (und die damit einher gehende gesellschaftliche Interpretation davon) zur Person, manchmal nicht. Die Geschlechtsidentität von jemandem kann von anderen nicht gesehen werden und hat nichts damit zu tun, wie Genitalien aussehen, welche sexuelle Vorlieben diese Person hat, ist nicht vom Kleidungsstiel abhängig oder von irgend etwas anderem. Die einzige Möglichkeit herauszufinden, wie sich jemand identifiziert, besteht darin, zu fragen. In den Räumen von Zwischenwelten bitten wir dich, die Geschlechtsidentität aller zu respektieren und diese niemals anzuzweifeln.

 

Pronomen
Bei unseren Veranstaltungen fragen wir die Leute nach ihrem Pronomen. Ein Pronomen ist das Wort (am häufigsten er, sie oder sie), mit dem man über jemanden sprechen kann. Pronomen sind geschlechtsspezifisch, das heisst, wenn wir „er“ sagen, nehmen wir an, dass die Person, auf die wir uns beziehen, ein Mann ist, und wenn wir „sie“ sagen, nehmen wir an, dass die Person, auf die wir uns beziehen, eine Frau ist. In unseren Räumen fragen wir Menschen, wie sie sich identifizieren und respektieren dies, indem wir es im Pronomen widerspiegeln. Generell empfehlen wir, Pronomen so selten wie möglich zu verwenden und einfach nur die Namen von Personen zu verwenden. (zum Beispiel: „Sidonia hat uns das vorher gezeigt“, anstatt „sie hat uns das vorher gezeigt“.)

 

Cisgender
Cisgender Personen sind Menschen, deren binären Geschlechtsidentität mit der Identität übereinstimmt, die ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.

 

Transgender
Transgender Personen sind Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit der Identität übereinstimmt, die ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.

 

Sexuelle Orientierung
Sexuelle Orientierung meint das Geschlecht oder die Geschlechter, zu denen sich Menschen hingezogen fühlen. Bitte beachte die Vielfalt unserer Gruppe in deiner Kommunikation und mach keine Annahmen. Frag bei Unsicherheiten lieber nach. Es gibt viele sexuelle Orientierungen, gängige sind heterosexuell/hetero, homosexuell / schwul, bisexuell, pansexuell, asexuell. Du musst keine Erfahrung in deiner Präferenz haben, um das zu wissen.

 

Body-positivity
Body-Positivity bedeutet für uns, dass wir gesellschaftliche Schönheitsstandards und Anziehungsmuster aktiv hinterfragen und dabei unsere Wünsche und Grenzen respektieren. Alle Menschen sind in unserem Raum willkommen, egal wie sie aussehen und ob sie einem normativen Bild entsprechen. Body-Positivity bedeutet auch, dass wir den menschlichen Körper in all seinen Facetten verstehen und wertschätzen. Wir sind uns darüber bewusst, dass Menschen Haare am ganzen Körper haben, schwitzen und dass Genitalien verschiedene Flüssigkeiten wie Feuchtigkeit, Urin und Menstruationsblut absondern können. Menschen tragen Keime und Bakterien mit sich herum, produzieren Speichel und haben ein Verdauungssystem. Wir heissen Menschen und ihre Körper in unseren Räumen willkommen; du bist willkommen so wie du bist.

 

Neurodiversität
Wir feiern, dass nicht der Verstand und das Verhalten aller Menschen gleich funktionieren. Um möglichst viele Menschen willkommen zu heißen, sind wir tolerant gegenüber unterschiedlichen Bedürfnissen, Macken, Sprachkenntnissen, Ausdrucksweise und Intro- und Extravertierheit.

 

Rassismus, Ageism, Sexismus, Ableismus, Homophobie, Transphobie
Unsere Gesellschaft schließt bestimmte Menschen selbstverständlich aus und benachteiligt sie aufgrund ihres ethnischen oder geografischen Hintergrunds, ihrer Religion und Sprache, ihres Geschlechts, und ihrer körperlichen oder geistigen Unterschiede. Der beste Weg, um einen inklusiven Raum für alle zu schaffen, besteht darin, dem aktiv entgegenzuwirken, indem man explizit inklusiv ist, neugierig auf die Bedürfnisse der Menschen ist und daran arbeitet, dem System entgegenzuwirken.

 

Anti-Rassismus, Anti-Ageismus, Anti-…ismus
Wir erkennen an, dass wir alle Teil einer Gesellschaft sind, die Menschen ausschliesst, und geben nicht vor, dass wir als Individuen oder als Gesellschaft unbeteiligt oder frei von diesen Diskriminierungen sind. Stattdessen versuchen wir uns weiterzubilden und lernen diese Muster kennen und finden heraus, wie wir uns gegenseitig helfen können.

 

Privileg
Privilegien sind ein Recht oder ein Vorteil, welches manche Menschen haben. Die Sache mit dem Privileg ist, dass es umso weniger leicht zu verstehen ist, je privilegierter man ist. Viele Heterosexuelle Menschen kennen zum Beispiel das Gefühl nicht, Angst von Gewalt zu haben, nur weil sie verliebt und händehaltend durch die Strassen laufen.
Privilegien gibt es überall: Bist du konventionell attraktiv? Bist du gesund? Hast du viel Energie, die dir hilft, durch den Tag zu kommen? Fühlst du dich unter vielen Leuten wohl? Konnten du dir den Kurs problemlos finanziell leisten? Bist du weiß? Fühlst du dich mit dem Geschlecht, mit dem du geboren wurdest, wohl? Wann wurdest du das letzte Mal von jemandem umarmt? Fällt es dir leicht, Sexpartner*innen zu finden?
Privilegien sind strukturell genauso wie individuell vorhanden. Die zugrunde liegende Botschaft für uns lautet: Die alltäglich gemachten Erfahrungen jedes Einzelnen Menschen sind individuell und einzigartig. Wir zielen nicht darauf ab, jemanden zu schikanieren oder zu verunglimpfen, wir wollen durch Gemeinschaft Bewusstsein, Neugier und Heilung schaffen.

 

Kink/Kinky
Kinkiness wird für das Beschreiben unkonventioneller Sexualpraktiken, Konzepten oder Fantasien benutzt. Der Begriff ist abgeleitet von der Idee eine Krümmung, einen Knick zu haben im Gegensatz zu „Straight“ oder „Vanilla“.

 

Queer
Ursprünglich im Sinne von „strange/fremd“ oder sonderbar abwertend gemeint wurde der Begriff in den ’80 von Queeren Aktivisten zurückerobert. Queer ist ein Sammelbegriff für sexuelle und geschlechtsspezifische Minderheiten, zu denen auch die BDSM Community gehört.

 

BDSM
BDSM steht für Bondage & Diszipline, Dominance & Submission, Sadismus & Masochismus.

 

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